Bio-Zertifikate, eine Kritik im Januar 2013

Bio-Siegel geben ein gutes Gefühl. Damit sich ein Produkt „bio“ nennen darf, wird es durch eine Zertifizierungsstelle begutachtet. Ein inzwischen belebter Wirtschaftszweig entstand. Zertifizierung ist eine aufwendige Verwaltungstätigkeit: Bio-Unternehmen oder die, die es werden wollen, sind zu besuchen, zu kontrollieren, es werden Nachweise verlangt und – natürlich: Geld.
 
Die Zertifikate sollen glaubwürdig sein – das oben beschriebene „gute Gefühl“ soll hervorgerufen werden und Vertrauen geschafft. Daher wird eine aufwendige Dokumentation der Belege, Herkunftsnachweise und Arbeitsabläufe verlangt.
 
Aber eine reale Wertschöpfung steckt nicht dahinter. Die Kosten der Zertifizierung werden natürlich umgelegt, auf die Firmen, somit auf die Produkte, also auf den Verbraucher.
 
Gerade kleine Unternehmen leiden unter diesem Aufwand. Zeitliche wie finanzielle Ressourcen können schwer oder eben nicht erbracht werden. Diese Firmen sind dann nicht „bio“, auch wenn alles, außer eines offiziellen Siegels, dafür spricht.
 
Bio scheint ein Geschäft der Großen. Schade.

SH