Lebensmittelöle, Speiseöle aus Deutschland

Die Ölsaaten der in Deutschland hergestellten Lebensmittelöle werden nach ihrer Ernte getrocknet und sorgfältig gereinigt. Die bestmögliche Form der Herstellung ist die Kaltpressung, die 40°C nicht übersteigen darf. Auf diese Weise werden ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften optimal erhalten. Das so gewonnene Öl ist von höchster Qualität und hat wie alle Lebensmittel eine begrenzte Haltbarkeit.

Aus den in nahezu allen Regionen Deutschlands verbreiteten herrlich blühenden Rapsfeldern entsteht das qualitativ sehr hochwertige Rapsöl. Seine Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren stehen in einem perfekten Verhältnis zur Funktion des menschlichen Organismus. Rapsöl enthält ferner einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure, die für Herz und Kreislauf von hoher Bedeutung ist. Die Rapspflanze wird häufig auch als Futtermittel verwendet. Obwohl Rapsöl aus oektrophologischer Sicht für den menschlichen Körper hochwertiger als Olivenöl ist, wird ihm auch als Biokraftstoff eine große Bedeutung beigemessen.

Sonnenblumenöl enthält bis zu 65 % ungesättigte Fettsäuren. Aus den geschälten und gemahlenen Sonnenblumenkernen entsteht ein qualitatives Lebensmittelöl, das ferner reichlich Linolsäure enthält. Sonnenblumenöl hilft, Cholesterin zu senken und wird auch therapeutisch in pharmazeutischen und medizinischen Bereichen genutzt. Ferner ist Sonnenblumenöl häufig Bestandteil in Farben und Lacken. Wie ihr Name ausdrückt, benötigen Sonnenblumen zur Reifung viel Wärme und Sonne. Daher sind sie überwiegend in Mittel- und Süddeutschland anzutreffen und weniger im hohen Norden der BRD.

Leinöl wird aus den Samen der Leinpflanze gewonnen. Diese wird im Weserbergland und in Niedersachsen angebaut. Im Gegensatz zu Raps- und Sonnenblumenöl sollte Leinöl nie erhitzt werden. Von allen Lebensmittelölen enthält Leinöl den höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Diese bewirken eine Senkung des Blutdruckes, tragen zur Gefäßerweiterung bei und verringern somit das Risiko eines Herzinfarktes. Wer regelmäßig Leinöl verwendet, trägt positiv zur Stärkung des Immunsystemes bei.

Das vitaminreiche Walnussöl wird aus den Walnüssen des Walnussbaumes hergestellt. Nüsse sind nicht nur hervorragende, schmackhafte Energiespender, sondern vielseitig verwertbar. Walnussöl enthält 13 % Omega-3-Fettsäuren und hohe Anteile an Vitamin B1, B2, B6 und C, ferner Lecithin und Cholin. Walnussöl reinigt das Blut, stärkt die Nerven und wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Es ist nicht zum Erhitzen geeignet, schmeckt jedoch köstlich in allen frisch zubereiteten Salaten. In Baden-Württemberg findet man zahlreiche Ölmühlenbetriebe, die sich der Herstellung dieses kostbaren Öls widmen.

Ein sehr verbreitetes, nicht aus Deutschland stammendes Speiseöl, ist das Olivenöl. Die Früchte des Olivenbaumes, aus denen Ölivenöl gewonnen wird, sind mediterrane Gewächse und können aus klimatischen Gründen in Deutschland nicht gedeihen. Seit tausenden von Jahren spielt das Olivenöl in den südlichen Ländern jedoch eine bedeutende Rolle. Sein gesundheitlicher Nutzen ist aus ernährungswissenschaftlichen Aspekten jedoch längst nicht so hoch, wie immer angenommen wurde.

Verantwortlich für das gesundheitliche Wohlbefinden des Menschen sind unter anderem die mehrfach ungesättigten Fette, die der Körper selbst nicht produzieren kann und daher über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Dies sind in erster Linie die Fettsäuren Omega-6 und Omega-3. Auf dieser Grundlage stellen Raps- und Distelöl die Sieger der Lebensmittelöle dar, denn ihre mehrfach ungesättigten Fettsäuren betragen mehr als 60 %.
 

C Jane