Was ist Naturkosmetik?

Naturkosmetika: ein Definitionsversuch

Was Naturkosmetika sind, ist bisher noch nicht offiziell definiert. Die Bundesregierung und die Europäische Kommission haben dennoch bereits mehrfach Versuche unternommen Naturkosmetika unter eine Definition zu fassen. Allgemein gilt Naturkosmetik als Kosmetik, die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und unter Beachtung der gesundheitlichen Schonung von Mensch und Umwelt produziert wurde. In vielen Definitionen taucht vor allem das Erfordernis auf, dass Naturkosmetik schonender sein muss als industriell hergestellte Kosmetik.

Im Gegensatz zu Begriffen wie "Bio" ist das Wort "Kosmetik" bisher noch nicht gesetzlich geschützt. Das wichtigste Merkmal von Naturkosmetik besteht im Verzicht auf künstliche Duftstoffe, Paraffine, Silikone und andere Erdölprodukte. Da der Begriff "Naturkosmetik" nicht geschützt ist, können viele Hersteller weiterhin mit Erdölprodukten werben und diese mit täuschenden Bezeichnungen wie "mit Bio-Aloe Vera" oder "mit Bio-Klettfrucht" versehen. Dennoch ändert ein geringer Anteil von biologisch hergestellten Früchten nichts an den schädlichen Inhaltsstoffen.

Deutsche Naturkosmetik-Siegel

In Deutschland wird Naturkosmetik nach den Richtlinien des Verbandes BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel) hergestellt.

Die im Jahr 1992 gegründete Organisation ECOCERT bietet die Siegel "Ökologische Naturkosmetik" und "Naturkosmetik" an. Bei dem ersten Siegel müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe aus pflanzlichen Bio-Rohstoffen bestehen. Bei dem zweiten Siegel müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe Naturprodukte sein und mindestens zur Hälfte aus ökologischem Anbau erwirtschaftet werden.

Seit dem Jahr 2008 existiert auch das NaTrue-Siegel, welches nach den Kriterien Naturkosmetik, Naturkosmetik mit hohem Bioanteil und Bio-Kosmetik differenziert.

Zwar ist die Einführung von Siegeln ein begrüßenswerter Schritt, allerdings können bei einigen Siegeln immerhin noch bis zu fünf Prozent schädliche Chemikalien enthalten sein. Generell wurde mit der Erstellung von Siegeln ein Schritt in die richtige Richtung gegangen: Dennoch sollte nach wie vor immer noch ein Blick auf die Rückseite der Verpackung und die dort aufgeführten Inhaltsstoffe geworfen werden.
 

C Mattes