Ist weißer Haushaltszucker ein Chemieprodukt?

Zucker kommt vielerorts in der Natur vor und Pflanzen produzieren diese natürlichen Zuckerstoffe durch Photosynthese - und außerdem Stärke, Eiweiß, Fett und andere Vitalstoffe. Menschen und Tiere benötigen Energieträger und Vitalstoffe zum Leben. Kohlenhydrate sind für den menschlichen Organismus lebensnotwendig, denn sie liefern – im Gegensatz zu Fetten und Eiweißen – schnell verfügbare Energie.

Obst, Gemüse und Getreide enthalten jedoch außer ihren Kohlenhydraten auch noch weitere wertvolle Inhaltsstoffe, die sogenannten Vital- und Ballaststoffe. Auch die Pflanze Zuckerrohr an sich steckt noch voller Vitamine und Mineralstoffe. Erst durch den Herstellungsweg der Raffination wird aus dem vitalstoffreichen Zuckerrohr der Vitamin-B-Räuber Zucker hergestellt. Während seiner Herstellungsprozedur kommt der weiße Haushaltszucker außerdem mit vielen Chemikalien in Kontakt, nämlich mit Calciumoxid oder Calciumhydroxid sowie Sulfit, Phosphat und Aktivkohle, außerdem Desinfektionsmitteln wie Aldehyden (z.B. Formaldehyd) oder Ammoniumverbindungen und Guanidine. Selbstverständlich wird der Zucker u.a. mit Wasser und Wasserdampf gereinigt - es kann nicht sicher ausgeschlossen werden, dass chemische Rückstände im gewonnenen Zucker verbleiben.

Die Frage, ob man Zucker als Chemie- oder Naturprodukt ansehen möchte, muss sich jeder selbst beantworten. Letztlich ist weißer Haushaltszucker ein chemisch gewonnenes Isolat, das durch die Raffinierung frei von Begleit- und Vitalstoffen ist.

Übrigens wird mit ca. 25 000 Litern pro Tonne zu verarbeitende Rüben enorm viel Wasser bei der Zuckerherstellung verbraucht.
 

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