Apfelernte in Zeesen, Mosterei in Lübbenau, September 2012, 18.10.2012

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Der Apfel erfährt in Deutschland eine große Aufmerksamkeit. Jetzt im Herbst fallen die vollen Bäume auf, die verschiedenen Formen und Farben. Es gibt die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen von saftig frisch, süß bis herb. So können Äpfel nicht nur roh gegessen werden, sondern eignen sich je nach Sorte für weitere Verarbeitungen.

Nicht jeder Apfel kann gelagert werden und so beginnt neben dem Essen auch das Aussortieren von angeschlagenen Äpfeln. Dieses Jahr wollten wir ein paar mehr Früchte zusammentragen und diese versaften. Zuerst erkundigten wir uns bei verschiedenen Mostereien. Unsere Anforderungen: der Saft sollte von unseren eigenen Früchten sein, in Glasflaschen abgefüllt werden und lagerfähig sein. Wir entschieden uns für die Mosterei Hentschel in Lübbenau, deren Bedingung: mindestens 400 kg Äpfel.
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Das Risiko bestand in der geschmacklichen Kombination der Äpfel und was für ein Saft entstehen würde. Egal wie, wir hätten Saft in größerer Menge und natürlich sollte er schmecken.

Wir fragten bei Nachbarn und Freunden, die reichlich mit Äpfeln dieses Jahr beschenkt waren, bestellten Säcke, entschieden uns für ein Datum und arbeiteten darauf hin. Apfelernte ist nicht nur schön, sondern auch schön anstrengend. Und während wir pflückten und sammelten, probierten wir die Äpfel und rieten wie welche Sorte den Geschmack des Apfelsaftes beeinflussen würde.
Als wir bei Firma Hentschel vorfuhren, hatten wir es tatsächlich auf 900 kg Äpfel gebracht und waren sehr gespannt.

Thomas Hentschel zeigte uns seine Mosterei, die im Familienbetrieb geführt wird. Und hier erfuhren wir auch den Unterschied in der Herstellung zwischen naturtrüben und klaren Apfelsaft. Der Saft wird gepreßt und in einem großen Behälter gesammelt, damit sich hier feste Teilchen setzen können. Zur Unterstützung werden Enzyme zugegeben. Der naturtrübe Apfelsaft wird danach über die Abfüllanlage kurz erhitzt und in Flaschen gefüllt.
Der zu klärende Saft verbleibt jedoch weiter im Tank und es wird Gelantine zugegeben. Diese bindet die gesunden Trübstoffe. Danach wird Lebensmittelkalk zugegeben, damit die Gelantine mit den Trübstoffen gebunden wird und sich am Boden ablagert. Dadurch entsteht ein Verlust von ca. einem Fünftel, welches als Abfall entsorgt werden muss. Wahnsinn. Der trübe Apftelsaft ist somit nicht nur gesünder, sondern auch in der Herstellung einfacher,ergiebiger und kostengünstiger.

Das erinnert doch an die Aktion von Foodwatch, die versteckte Tiere in Lebensmittel anprangern. Das Hilfsstoffe nicht kenntlich gemacht werden müssen, ist nicht in Ordnung.

Doch Saft ist nicht gleich Saft. Wir empfehlen naturtrüben Apfelsaft und wer die Möglichkeit hat, sollte kleinere Mostereien unterstützen und dort kaufen. Beim Gespräch mit den Leuten vor Ort kann man Interessantes erfahren und einen kleinen Beitrag zur Stützung regionaler Unternehmen leisten.

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Unser Apfelsaft wurde über alle beteiligten Familien aufgeteilt und sollte übers Jahr reichen. Also knapp, wenn der jetzige Verbrauch beibehalten wird. Denn unsere Apfelkombination ergab einen ganz tollen frischen hell-trüben Apfelsaft. Der schmeckt übrigens auch ganz wunderbar als Tee-artiges Getränk. Einfach Wasser fast kochen und mit einem Drittel Saft mischen. Wärmt an kühlen Tagen auf fruchtige Art.

Adresse
Fa. Ernst Hentschel GmbH & Co KG
Geschäftsführer: Thomas Hentschel

Wiesenstraße 7 03222 Lübbenau / Spreewald

Telefon: 0 35 42 / 32 75 
Fax: 0 35 42 / 87 56 67
E-Mail: info@hentschel-luebbenau.de

Internetadresse: www.hentschel-luebbenau.de
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