Ein Besuch beim Potsdamer Sauenhain, 24.03.2016

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Am Gründonnerstag stand ich unter knorrigen, alten Apfelbäumen ohne Blätter und hätte mich über ein wenig Sonnenschein gefreut. Doch eine gute Zeit hatte ich allemal, denn für eine gute Stunde begleitete ich Clemens auf seiner Fütterung durch den Potsdamer SauenHain. Dabei konnte ich eine Menge lernen und große wie kleine Schweine bestaunen.

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Spannend anzusehen, der Bunte-Bentheimer-Eber und seine zehn Sauen, die alle gemeinsam das ganze Jahr auf dem Apfelhain im Freien leben. Dabei steht der Eber die meiste Zeit extra, die Sauen in Sichtweite.
Siggi sucht und findet einen Apfel grunzt und schubbert sich danach anständig am Baum.

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Ich habe echt gelacht, dieses eine Schwein düste wie wild mit einem Apfel im Maul im Gehege umher.




Erstaunlich wie groß die Hausschweine sind. Clemens trug Getreide, Äpfel und Wasser zu den Tieren. Das Futter wird von Bauern aus der Nachbarschaft dazu gekauft. Der Potsdamer SauenHain achtet auf eine möglichst artgerechte Haltung, die ganzjährige Weidewirtschaft gehört dazu.

Freilandhaltung, lerne ich, bedeutet nicht zwangsläufig ein ganzjähriges Schweineleben an der frischen Luft. Manchmal bedeutet dies ein Offenerstahl oder das nur ein Teil des Lebens draußen stattfindet. Andere haben bloss die Sauen draußen und die Ferkel kommen in den Stall oder umgekehrt.

Bei uns verbringen die Tiere alle Lebensabschnitte komplett im Freien.



"Auf der alten Apfelplantage ist 30 Jahre lang nichts passiert. Es war total verbuscht, die Schweine haben zum Anfang etwas aufgeräumt." berichtet mir Clemens. "Nach und nach schneiden wir jetzt die Bäume, damit sie wieder richtige Kronen bilden."
Was mit den Äpfeln passiert, wissen sie noch nicht genau. Was runterfällt, das fressen die Schweine. Der Rest wird sich ergeben.

Der Apfelhain wird, ähnlich wie beim Ackerbau, in der Art der Dreifelderwirtschaft betrieben. Nachdem die Schweine in einem Gehege gelebt haben, werden sie in ein neues Einzäunung gebracht und das Land ruht zwei Jahre.


 
Im idylischen Brandenburg aufzuwachsen scheint den Schweinen offensichtlich zu gefallen. Munter rennen sie umher, wühlen im Schlamm und rempeln sich ab und zu gegenseitig an. Sozialverhalten nennt Clemens dies.




Die Ferkel flitzen mit verdrecktem Rüssel ab unter die Apfelbäume und suchen was Leckeres. Zusammen mit seinem Partner Axel wird er diese später einfangen und zusammen mit den anderen Ferkeln in einem extra Gehege von der Sau entwöhnt.





Schweine müssen jeden Tag betreut werden. An drei oder vier Tagen in der Woche gehen Clemens und Axel gemeinsam auf ihre Weide und kümmern sich um die schwerere Arbeit. Die anderen Tage werden abwechselnd auf der Weide und im Büro verbracht.



Clemens und Axel sind ursprünglich Geologen und somit Quereinsteiger. Von ihrer Idee bis zur Umsetzung brauchten die beiden nur ein Jahr.
Jetzt im April soll der Verkauf der SauenHainboxen losgehen. Die Website wurde erneuert und der Onlineshop freigeschalten. Die Boxen beinhalten eine Zusammenstellung verschiedener Fleischstücke sowie Würste. Es geht um die gesamte Verarbeitung der Tiere, deshalb ist eine Bestellung von einzelnen Teilen nicht möglich.

Vier Kilo kosten 79 Euro, bei acht Kilo ist man mit 150 Euro dabei, das gleiche wird bei gleichem Preis auch als BBQ-Variante angeboten.

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Kontakt
Potsdamer SauenHain
Clemens Stromeyer und Axel Penndorf


Carl-von-Ossietzky-Strasse 31
14471 Potsdam

Telefon 0331 / 58 257 436
Email hallo_at_potsdamer-sauenhain.de

Internet www.potsdamer-sauenhain.de

Online Shop www.supr.com/potsdamer-sauenhain
 
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