Frisch gepresster Erdbeersaft am Boxhagener Platz in Berlin, 20.06.2015

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Den Wochenmarkt am Boxhagener Platz feiert dieses Jahr seinen 110 Geburtstag.
Am 1. April 1905 fand hier der ersten Markt statt und konnte bis heute überdauerten.


erdbeersaft frisch gepresst auf boxhagener markt in berlin brausezimt

Aus diesem Anlass presste die Mostquetsche am 20. Juni einen Jubiläumssaft. Dafür wurden 1.000 kg Erdbeeren aus Brandenburg geholt und auf dem Markt versaftet. Normalerweise werden auf dem Marktstand die selbstgepressten Säfte angeboten und die mobile Mosterei nicht aufgebaut. So konnte am Samstag geschaut werden, wie die Versaftung funktioniert.

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Wie bist Du zur Mobilen Mostquetsche gekommen?

Mario Flach Die Mostquetsche ist das Unternehmen meiner Frau. Es war eher ein Zufall - nachdem wir zwei Jahre einen Standplatz in Berlin für eine Gasthausbrauerei gesucht und endlich auch gefunden hatten, wurde dieser dann entgegen der Zusage an eine Steakhauskette vergeben. Wir saßen ziemlich niedergeschlagen im Garten und die Äpfel vielen uns auf den Kopf. 
So fingen wir an, mit Glühweinkocher und Zentrifuge, Apfelsaft zu machen und plötzlich standen die Nachbarn bei uns im Garten.
So entwickelte sich ein Gedanke und die Frage, was die vielen anderen Leute mit ihrem Obst machen. Besonders die, die kein Auto haben. Dort sollte eine Mosterei in die Gärten kommen.   

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Was ist Deine Motivation? Seit wann quetscht Ihr?

Mario Flach Unsere erste Saison begann im September 2013. Machen kann man viel. Aber unser Tun sollte schon eine Art Qualitätssiegel haben und auch als Marke wahrgenommen werden. So haben wir uns entschlossen, die Mostquetsche beim Patentamt anzumelden und als Warenzeichen mit Regionalaufstellung zu agieren. 

Die Anlage wirkt recht komplex, woher kommt diese?

Die Mostquetsche ist nicht von der Stange. Sie wurde für eine mobile Ganzjahresverarbeitung entwickelt und nach unseren Vorgaben gebaut. Obst und Gemüse sind von der Grundsubstanz immer verschieden. Auch beim Pressen gibt es Unterschiede. Es ist auch die Frage zu beantworten, wie das Obst vor dem Pressen zerkleinert und aufgeschlossen wird. Diese Frage haben wir in unser Mostquetsche sehr gut gelöst und so ist es eben möglich Lageräpfel wie auch Stachelbeeren und Erdbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Aronia und Sanddorn zu verarbeiten. Im Herbst kommen dann die Äpfel und Birnen dazu. Diese vielseitige Verarbeitung ist einzigartig in der mobilen Mosterszene.
Unser Jahresende findet auf Weihnachtsmärkten statt. Dann stellen wir Glühmost her z.B. Schwarze Johanna mit Cassis, der Renner auf dem letzten Weihnachtsmarkt in der Baumschule Späth. Übrigens ist dort unser Sonntagsstandplatz fürs Lohnmosten im Herbst. 

Glühmosten auf dem Weihnachtsmarkt der Baumschule Späth

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Zuerst werden die Erdbeeren gewaschen. Nach dem Pressen und Filtern wird der Saft pasteurisiert und fühlt sich ganz warm an. Dann wurde der Beutel mit dem Erdbeersaft in den Karton gesteckt.

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Wie viele Mitarbeiter beschäftigst Du in der Saison?

Das ist unterschiedlich und richtet sich nach Verkauf und Anfragen von Lohnmosten. Beim Lohnmosten sind wir immer zu zweit unterwegs, bei 10 Tonnen Äpfeln auch zu dritt. Bei Lohnmostaufträgen von Obsthöfen stellt der Auftraggeber auch Mitarbeiter damit eine fortlaufende Verarbeitung gewährleistet ist.
Am Markt am Boxi haben wir immer einen Mitarbeiter und wenn Sonderveranstaltungen sind, na, wie das halt dann so ist.
Bei der Sendung mit der Maus am 03.10.2014 letztes Jahr waren wir zu viert. Die 250 Kinder wollten ja genau wissen, wie wird aus Äpfel eigentlich Saft? Und so haben wir uns die Zeit genommen, es genau zu zeigen und zu erklären.

Zum einen arbeitet die Mostquetsche als Lohnmosterei, zum anderen verarbeitet Ihr Obst und vertreibt den Saft. Woher bezieht Ihr das Obst?

Das Obst und Gemüse kommt auschließlich aus der Region Havel-Oder-Spree, gegebenenfalls aus Meck Pomm mit einem Radius von 150 km ab Alexanderplatz. Wir kennen die Anbieter persönlich. Mitunter haben wir einen Mosttermin bei Privatleuten und je nach Obstjahr gibt es manchmal zu viel Obst für den Selbstverbrauch. Es gibt einige Schätze in Privathand, die wir gerne ankaufen. 


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Wie bist Du auf die Idee „Most per Post“ gekommen?
 
Most per Post hat sich aus dem Umstand entwickelt, dass wir unterwegs beim Lohnmosten immer Saft dabei hatten, welcher von obstlosen Kunden gekauft werden konnte.
Auf die Frage "Und wenn der Saft alle ist, woher bekomme ich neuen? Wo ist Ihr Geschäft?" wiesen wir auf unseren Marktstand auf dem Boxi - immer Samstags, hin. "Machen Sie doch einen Onlineshop" war dann die Aufforderung "und schicken Sie den Saft mit der Post."
Ja, Most per Post war eine gute Idee und aus der Wortspielerei entstanden, die wir dann gleich umgesetzt haben. 

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Was bietet Ihr noch alles an?

Unser Fokus liegt auf dem saisonalen Angebot an Säften. Wenn die Sauerkirsche verbraucht ist, müssen die Leute halt bis zur nächsten Ernte warten. Mostquetschensäfte sind vegan, nicht filtriert, helal und koscher verarbeitet.Darauf wurden wir auch schon angesprochen und können es bestätigen.

Zur Winterzeit gibt es wieder unser Mostquetschers Glühmostwürze, die jeden unserer Säfte in Weihnachtstimmung versetzt. Auch wird es wieder Glühmostwürze direkt zum Mitnehmen geben, wie letztes Jahr. Wir testen gerade Apfelmus oder Apfelmark und Erdbeerpüree. Einige Eisdielen, unter anderem Berlins erste Vegan Eisdiele, haben unser Erdbeerpüree schon ausprobiert und Erdbeerdaikiri draus gemacht. Ein Kunde nutzt unser Apfelmark, um zu Trocknen und Knabberartikel herzustellen.

Vielen Dank an Mario Flach für das Gespräch und die vielen Eindrücke beim Mosten.

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Most per Post

Die Abfüllung der Mostquetsche Hahn erfolgt in Polyethylen-Beuteln (PE), diese wird durch einen Pappkarton geschützt. Die Verpackungen sind gut zu transportieren und zu stapeln.
Die Saftentnahme ist einfach. Der kleine Zapfhahn wird aus dem Karton geholt und sorgt dafür, dass keine Luft an den Saft gelangt. Dadurch bleibt der Saft selbst nach dem Öffnen etwa 12 Wochen haltbar.


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Eine Übersicht über Lohnmostereien in Berlin und Brandenburg gibt es hier.
 
Kontakt
Hahns mobile Mostquetsche
Eva-Bertina Hahn-Flach

Danziger Straße 65
10435 Berlin

Telefon 0163 / 40 68 571
Email info_at_mostquetsche.de

Internet www.mostquetsche.de
 
Wochenmarkt am Boxhagener Platz

Samstag von 9 - 15.30 Uhr
 
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