Gastbeitrag mit Michael Fiedler vom Klostercafé in Lehnin, 02.06.2015

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Lehnin, beschaulich gelegen mit einer imposanten Klosterkirche im Ort. Gleich nebendran ein hübscher Kräutergarten und ein Klostercafé. Frau Dr. Karin Raschinsky, unterwegs für traditionelles Handwerk und gutes Essen, besuchte dieses Klostercafé in Lehnin und brachte uns folgendes Interview mit Bäckermeister Michael Fiedler mit. Vielen Dank für den Gastbeitrag.
 

Karin Raschinsky Lieber Herr Fiedler, Ihre Bäckerei – das Kloster-Cafè  Lehnin – gehört zu den traditionsreichsten Bäckereien der Mark Brandenburg.
Michael Fiedler Seit dem Jahr 2000 führe ich das Geschäft in sechster Generation. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir in einer Familienlinie über alle Wirrungen seit 1767 das Bäcker- und Konditorgeschäft erfolgreich immer weiterführen konnten.
 
kloster lehnin_kaffee_cafe_baeckermeister_kuchen_brausezimt

Karin Raschinsky Seit 248 Jahren ist Ihre Bäckerei in Familienbesitz, das ist wirklich eine großartige Leistung.
Ja, das stimmt. Bei der täglichen Arbeit wird mir das nicht oft bewusst. Aber, es lohnt sich wirklich einmal innezuhalten und darüber nachzudenken, was in diesen Mauern einst geschehen und getan wurde. Das ganze Haus wurde praktisch als Betrieb genutzt. Vom Dachgeschoß an, wo einst die Waschküche  war.
 
Sie sind mit der Region sehr verbunden und der Ort Kloster Lehnin ist mit dem Cafè Kloster Lehnin gewachsen oder umgekehrt. War das dann für Sie eine Selbstverständlichkeit die Geschäfte zu übernehmen?
Bäcker zu sein ist meine Leidenschaft und es stimmt, Tradition verpflichtet. Aber es war nicht selbstverständlich, dass ich die Geschäfte der Familie übernehme. Denn für den Beruf braucht man ganz einfach auch Talent und Liebe oder ganz einfach Spaß am „Bäcker sein“. Genau das habe ich bei meinem Vater erlebt. Heute genießt er seinen Ruhestand, aber er war vom Scheitel bis zur Sohle nicht nur Bäcker, er hat das gelebt. Mein Handwerk habe ich bei der Bäckerei und Konditorei Fischer in Götz gelernt.
 
Warum nicht im eigenen Betrieb?
Wenn man in der eigenen Firma lernt, dann bleibt man doch immer der Sohn vom Chef. Dabei kann einem passieren, dass man etwas „verhätschelt“ wird. Es kann aber auch genau das Gegenteil eintreten. Das wollten weder meine Eltern noch ich. Und, außerdem ist es gut sich den Wind etwas um die Nase wehen zu lassen und neue Ideen mit nach Hause zu bringen.
 
Also, Ihr Herz gehört dem Café, der Bäckerei.
Klar, meinem Handwerk und meiner Region. Ich fahre auch im Sommer gern mit dem Motorrad übers Land und sehe und koste was die Kollegen so machen.
Ich möchte auch, dass unsere Gäste ein Stück „Kloster Lehnin“ in meinem Café  finden.
 
Wie meinen Sie das?
So, wie ich es gesagt habe. Ich bemühe mich sehr immer mehr Zutaten aus der Region zu verwenden. Zur Erdbeerzeit natürlich Erdbeeren aus Werder. Für unseren Apfelkuchen verarbeiten wir auch „Werder-Äppel“, Pflaumen und andere Früchte aus unserem Umfeld. Gerade als Bäcker musst Du was für Deine Region tun. Und, das möchte ich. Wenn unsere Besucher wieder nach Hause fahren, dann sollen sie nicht nur die Erinnerungen der tollen Umgebung mitnehmen. Auch die Erinnerung, dass es hier besondere Klosterkaffee-Spezialitäten gibt. Als Urlauber erzählt man doch gern was man so Besonderes gegessen, genascht und vielleicht auch geschlemmt hat.
 
Meister Fiedler, Sie haben ja den ersten Schritt dafür schon getan, denn Sie machen die beste Eierschecke von Berlin-Brandenburg – Platz 1 – haben die Experten im Käsekuchen-Wettbewerb 2015 festgestellt. Das ist die Klosterkaffee-Eierschecke?
Ja, ich werde weitere „ Klosterkaffee“ – Spezialitäten selbst entwickeln und auch fördern. Übrigens auch in dieser  traditionellen Schreibweise.
Mein Ziel ist es spezielle Marken zu entwickeln, die eine handwerkliche Basis haben. So ist auch die Idee von der Kloster-Marmelade entstanden.



Es gibt Handwerker, wie die Manufaktur Brausezimt, die ganz besondere Marmelade aus heimischen Früchten, so wie sie auch in einem Klostergarten angebaut wurden und werden, herstellen können. Also, wird es bald eine klassische Klostermarmelade in meinem Klosterkaffee geben. Ein Klosterkuchen, ein speziell gerösteter Kaffee für unser Café – eben ein – Klosterkaffee folgt.
 
Lieber Herr Fiedler, vielen Dank für das Gespräch!
Gastbeitrag von Dr. Karin Raschinsky

Auch wir bedanken uns für den aufschlussreichen Artikel und die Fotos. Übrigens, Kloster Lehnin ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Ebenfalls interessanter Link www.de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lehnin



Die Öffnungszeiten der Klosterkirche
Montag - Samstag von 10 bis 16 Uhr
Sonntag von 13 bis 16 Uhr

 
Kontakte
Klostercafé Fiedler
Michael Fiedler


Marktplatz 6
14797 Lehnin

Telefon 03382 / 333
Email kloster-cafe_at_t-online.de

Internet www.klostercafe-lehnin.de

Öffnungszeiten
Montag - Samstag   8 bis 18 Uhr
Sonntags und Feiertags 13 bis 18 Uhr       
 
PR:Teime
Dr. Karin Raschinsky


Kilianistrasse 8
12459 Berlin

Telefon 030 / 530 14 518
E-Mail info_at_marmeladen-casting.de

Internet www.berlin-isst-gut.com und www.marmeladen-casting.de
 
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