Der Allmende Naturgarten der Agronauten auf dem Tempelhofer Feld in Berlin, 30.04.2014

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Der Tag war der perfekte Tag für Bewegung an der frischen Luft. Und auch perfekt für die Landung der Agronauten im Gemeinschaftsgarten.

Der Allmende Naturgarten auf dem Tempelhofer Feld hat eine begrenzte Größe. Wer hier ein kleines Fleckchen Gärtnerglück abbekommen möchte, muss warten. Alle Plätze sind vergeben und Interessenten stehen auf einer Warteliste. Hier wachsen nicht nur Pflanzen, sondern auch Ideen rund ums Gärtnern in der Stadt.





Bei der Eröffnungsveranstaltung trommelte Ellen Meyer mit vielen Frauen und musizierte mit ihrem Trio Komarimbar.

brausezimt: Ellen, Du wurdest mit dem Trio Komarimbar  und Deinen Trommlerinnen aus Kursen und Workshops angekündigt, wie kommt es das Du hier im Allmende Naturgarten auftrittst?

Ellen Meyer: Ich habe bereits voriges Jahr die Aktivitäten des Allmende-Naturgartens mit Interesse verfolgt, als ein bodenständiges, zukunftsweisendes originelles Projekt. Ich war beeindruckt von dem Sachverstand, der Liebe zur Natur und dem Humor mit dem dort gearbeitet wird.

Als ich hörte, dass die "Landung der Agronauten" auf dem Tempelhofer Feld bevorsteht und sie Künstler suchen, die das Event begleiten, stand sofort mein Entschluss fest, dort mitzuwirken und mir den Garten und die Agronauten aus der Nähe anzusehen.
So war ich bereits letztes Jahr dort, habe Kora gespielt, jongliert und mit einigen Frauen getrommelt.
Es war ein schönes Highlight und ich war später noch öfter im Allmende-Naturgarten, habe das friedliche Miteinander mit meinem Koraspiel auf dem Hochsitz unterstützt. (siehe Bild)


 
Als ich dieses Jahr angefragt wurde, ob ich wieder zum Treffen mit den Agronauten spielen würde, war ich gern bereit. Ich konnte mein Trio gewinnen mit mir zu spielen und habe ein kleines Programm mit den Trommlerinnen um mich herum dafür einstudiert.
Es war das erste mal, dass ich Frauen, die ich seit elf Jahren in einem festen Kurs in Weißensee unterrichte und Frauen, die seit ca. sechs Monaten zu mir in Trommelworkshops in Schöneberg kommen, zusammengebracht habe. Sie haben das erste Mal zusammen gespielt. Das war mir eine besondere Freude.



Wie bist Du zum Trommeln gekommen? und wie kam es zur Zusammenarbeit mit Lenjes Robinson?
Ellen Meyer Mein erstes Trommelerlebnis geht 15 Jahre zurück. Bei einer Ausstellung "Ghana zum Anfassen" im Haus der Kulturen der Welt, habe ich Mark Asamoah kennengelernt, der dort kleine Workshops für die Besucher angeboten hat. Ich war tief beeindruckt, mit welcher Freude und Liebe er unterrichtet und jeden unvoreingenommen einbezogen hat. 
Ich hatte mich für untalentiert gehalten, erlebte aber gleich viel Spaß mit ihm und organisierte mit ihm einen Trommelkurs in Weißensee. Ich habe 5 Jahre bei ihm und bei anderen Trommlern Djembe spielen gelernt und dann angefangen, selbst Unterricht zu geben. 
 


Erzähle uns bitte, was es mit der Trommelgruppe auf sich hat. Heute waren ausschließlich Frauen dabei. Sind Frauen trommelbegeisterter als Männer?
Ellen Meyer Ich kann nicht einschätzen, ob Frauen trommelbegeisterter sind, als Männer.
Das was ich unterrichte, ist nicht das typische laute schnelle Trommeln, die Gruppe hält den Grundrhythmus und es gibt den Solisten. Ich arrangiere alles was ich gelernt und gehört habe zu harmonischer Musik. Es ist ein gleichberechtigtes Spiel, jede nach ihren Fähigkeiten, Bedürfnissen, Tagesstimmungen.
Bei meinem Unterricht vermittle ich zwar Wissen, Kenntnisse und Techniken, aber es geht mir hauptsächlich um Musik erleben, Spaß zu haben, Entspannung, Inspiration, Bestätigung in der Gruppe zu finden.
Es ist für mich sehr interessant, zu erleben, was das Trommeln mit den Frauen macht. Es hat in jedem Fall viel mit Emanzipation, Stärke zeigen zu tun, dem Mut laut zu sein, präsent zu sein, weiterhin natürlich auch mit Stressabbau.



Jedes einzige Treffen ist eine große Herrausforderung für mich. Immer wieder bereite ich mich ausführlich vor, denke mir neue Mittel und Wege aus, den Unterricht interessant, abwechslungsreich, witzig zu gestalten. Dann bleibt der Part, den ich nicht planen kann: was bringen die Frauen mit, d.h. ich reagiere spontan auf ihre Befindlichkeiten.
Es ist eine harte Arbeit, oft bin ich nach den 1,5 - 2 Stunden völlig ausgelaugt, zumal ich für die Workshops ca. 14 Djemben hin-und herbewege. Aber ich bin auch glücklich. Es ist das schönste Gefühl der Welt die Frauen nach dem Kurs zu sehen, wie es ihnen gut geht, sie noch zusammen stehen, lachen, sich bedanken. Und dann weiß ich, dass ich es immer wieder gern tun werde.
 
Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Lenjes Robinson gekommen?
Ellen Meyer Auf mein wundervolles Instrument, die Kora bin ich vor acht Jahren gestoßen. Über sie kann ich mich weit mehr ausdrücken, als über die Djembe. So war mir mein Koraspiel anfangs heilig und ich habe nur allein spielen wollen. Vor vier Jahren dann habe ich mich geöffnet, bin zu offenen Bühnen/Sessions gegangen, bin auf andere Musiker zugegangen.



So habe ich Lenjes Robinson schlagzeugspielend kennengelernt. Bei weiteren Treffen wurde mir klar, dass hier zwei verwandte Seelen aufeinandertreffen. Lenjes ist Schlagzeuger, beherrscht viele andere Percussioninstrumente, wie Bongos, Congas, Djembe, Pandeiro und hat seine heimliche Liebe - die Marimba - mit der er bisher kaum Gelegenheit hatte zu arbeiten.

Wir erleben beide Musik sehr intensiv. Uns ist es wichtig, ein abwechslungsreiches, vielfältiges Programm zu bieten, die Besucher zu überraschen und miteinzubeziehen.
2012 haben wir angefangen gemeinsame Konzerte zu geben als "Duo Komarimbar". Ende letzten Jahres ist Dietmar Roth zu uns gestoßen, eine wunderbare Ergänzung zu unserem Duo. Er spielt Bass und Geige. So sind wir in der Lage, unser Programm mit vielen verschiedenen Instrumenten abzumixen (Kora, Marimba, Kontrabass, Geige, Djembe, Congas, Bongos...)
 
Wo kann man Euch noch miterleben?
Ellen Meyer Informationen über anstehende Konzerte findet man auf unserer Website www.komarimbar.band.jimdo.com
Es gibt kleine Orte, an die wir immer wieder kehren, z.B. Frieda-Frauenzentrum, Atelier Ted Behrens, Reisebüro Global, Cafè Impuls, Kulturküche Bohnsdorf.

Schöne große Veranstaltungsorte gab es auch schon z.B. Kenako-Afrikafestival oder Jazzfestival in Polen.
Da nun die „Schönwettersaison“ startet, werden wir auch viel draußen spielen z.B. auf dem Gendarmenmarkt, in Ausflugslokalen usw.
 

Vielen lieben Dank an Ellen Meyer für das ausführliche Interview! Wir freuen uns auf weitere Veranstaltungen.


 
Kontakte
Allmende Kontor Berlin Tempelhof

Tempelhofer Park in Höhe Oderstraße Ecke Kienitzstraße
12101 Berlin

Internet www.allmende-kontor.de
 
Ellen Meyer

Telefon 030 / 486 246 86
Mobil 0174 / 94 134 86

Email jalialeni-at-gmail.com

Internet www.koraleni.jimdo.com

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Youtube www.youtube.com/jalialeni


 
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