Karmakonsum, einkaufen und alles wird gut, 08.08.2013

  61 
Mit meinem Einkauf die Welt bestimmen. Das klingt gut. Karmakonsum und Co lassen grüßen. Doch irgendwie löst die Idee bei mir ein Unwohlsein aus. Etwas stimmt nicht. Ich kaufe ein und die Welt wird besser?

Bewußtes Einkaufen, mich stört massiv die zugrunde liegende Annahme, ich hätte die Auswahl aus einem vollkommenen Angebot. Das ist Quatsch. Das Angebot ist arg beschränkt. Dann nervt mich die Annahme, dass Konsum die Welt retten würde. Ganz ehrlich, wie blöd muss man sein.

Andererseits gibt es diejenigen, die strikte Konsumverweigerung betreiben und von geschenkten Lebensmitteln, die sonst weggeworfen worden wären, leben. Das finde ich auch schräg. Hier finden Menschen eine Nische, die auf dem Überfluss basiert und profitieren davon. Irgendwie auch nicht richtig. Ganz ähnlich dem Prinzip von "Die Tafel", wo ein ganzer Beschäftigungszweig um die Verteilung vom Überfluss gebaut wurde. Da stimmt doch grundsätzlich etwas nicht.

Ich denke, einkaufen müssen die meisten, wären wir alle Selbstversorger, gäbe es keine Entwicklung (kein TV, kein Internet, andere medizinische Standards...). Dennoch würde uns allen ein wenig mehr Hang zur Reparatur gut tun. Socken stopfen, Fahrradschlauch flicken, Waschmaschine reparieren. Klar hat die Industrie daran kein Interesse. Unser Wirtschaftssystem ist auf Wachstum durch Verbrauch ausgelegt. Das dies in einem endlichen Raum gar nicht funktionieren kann, wurde übersehen. Das Ziel muss sich ändern.
S


Zur Information und kritischen Betrachtung
www.tafel.de
www.karmakonsum.de
 
  61 


Kommentare

Sie müssen angemeldet sein um diesen Beitrag zu kommentieren

  1. brausezimt schrieb am 18.08.2013 13:51

    Zum Thema "Die Tafel" fällt mir ein, dass Hilfslieferungen durch das Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" überdacht wurden. Was in Entwicklungsländern angewandt wird, sollte bei uns auch funktionieren.