Das Oderbruch - Liebe auf den zweiten Blick von Carmen Winter, Juni 2013, 17.06.2013

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Es gibt viele Reiseführer für das Oderbruch. Schließlich ist die Gegend entlang der Oder für Touristen reizvoll und attraktiv. Hier lebt und arbeitet die sympathische und engagierte Autorin Carmen Winter. Sie schreibt nicht nur Empfehlungen für Reisende, sondern begeistert in Workshops auch andere für das Schreiben und ist als Dozentin mit Lehrauftrag an der Universität Viadrina.

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Das Schöne an diesem Buch ist die gelungene Kombination aus Geografie, historischen Episoden und aktuellen Ereignissen. So wird zum einen dargelegt, welche Dorftypen es gibt und zum anderen was es mit dem Reitweiner Heiratsmarkt auf sich hat.

Hier ein kleiner Auszug:
"Zwei typische Arten von Dörfern findet man noch heute im Oderbruch, den so genannten Rundling und das Kolonistendorf. Ersterer geht auf die Fischerdörfer zurück, die vor der Trockenlegung bereits bestanden. Die Fischer nutzten natürliche Anhöhen, die vor Überflutungen geschützt waren, um sich anzusiedeln. In kreisrunder Form bauten sie ihre Häuser um den Dorfplatz. Dahinter kamen der Hof, die Gärten und schließlich ein Wall, oft aus Dung aufgeschüttet, der zusätzlich vorm Hochwasser schützte. Diese Dorfanlage ist zum Beispiel in Altwriezen noch gut sichtbar."

Dieser Reisebegleiter liest sich leicht, verständlich und am Ende weiß man eine Menge mehr über das wunderschöne Oderbruch.
 

brausezimt: Frau Winter, was bewegt Sie sich für das Oderbruch zu engagieren?
Carmen Winter: Ich wurde in Wriezen geboren und bin im Oderbruch aufgewachsen. Es ist meine Kindheitslandschaft.

Was empfehlen Sie Kurzurlaubern mit nur zwei, drei Tagen im Oderbruch?
Carmen Winter: Das kommt ein bisschen auch auf die Jahreszeit an. Im Frühling sollte man die Adonisröschenhänge in Lebus besuchen. Aber zu jeder anderen Jahreszeit ist der Blick auf die Oder dort besonders schön. Dann sollte man die Festung Küstrin anschauen und abends ins Theater am Rand. Aber Achtung! Ohne vorbestellte Karten kommt man da nicht rein. In Letschin kann man sich auf die Spuren Fontanes begeben und in Altwriezen, einem Dorf, dem die Form des Rundling noch anzusehen ist, gibt es das Keramik-Café.
Empfehlenswert ist auch eine Radtour auf dem Oderdeich.
 
Welche Entwicklungen können Sie im Oderbruch feststellen?
Carmen Winter: Es sind viele Künstler ins Oderbruch gezogen, das wird zu den Kunstloosen Tagen, wen die Ateliers geöffnet sind, immer besonders deutlich. Im Augenblick scheine sich die ersten Bauern mit Ökohöfen zu etablieren. Das würde dem Landstrich gut tun. Die ausgedehnten Maisfelder für die Energiegewinnung, das ist nicht das richtige fürs Bruch. Der Boden braucht Rüben und Kartoffeln.

Vielen Dank.

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Ein kulturhistorischer und touristischer Reiseführer
Carmen Winter

ISBN 3-933603-27-7
9,50 EUR

bestellbar z.B. über den Findling Verlag www.findling-verlag.de


Mehr über die Schriftstellerin Carmen Winter finden Sie auf ihrer Homepage unter www.carmenwinter.de

 

Foto von Ingrid Gorr

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